Jungsteinzeit (Neolithikum 5.500-2.200 v. Chr.)
Keramik-Kulturen

Für eine bessere zeitliche und räumliche Einteilung wurde das Neolithikum anhand von Keramikfunden geordnet. Keramik war ein unverkennbares Zeichen für Sesshaftigkeit, da das Material leicht zerbrach und schlecht für den Transport geeignet war. Dementsprechend sind Scherben von Krügen und anderen Keramiken häufige Funde dieser Zeitepoche. Neben Krügen wurden hauptsächlich Teller, Backschüsseln und Kochgefäße für den Alltag hergestellt.
Innerhalb der Keramikherstellung gab es verschiedene Verzierungstechniken. Je nach Art und Verbreitung wies man die Funde unterschiedlichen „Kulturen“ zu. Der Begriff beschreibt hierbei keine Völker oder Vergleichbares, sondern die kulturelle und regionale Verbreitung bestimmter „Kunststile“ im Bereich der Keramikfertigung. Benannt wurden diese Kulturen nach Art der Verzierung, der Form des Gefäßes oder dem ersten Fundort. In der Ruhrregion wurden u. a. in Dortmund, Bochum und Hagen Hinweise auf die „Bandkeramik-Kultur“ und die „Rössener Kultur“ gefunden.

Die Bandkeramik-Kultur ist nach der Verzierungsart der Gefäße benannt, die sich durch schlichte, kugelförmige Formen auszeichneten. Um das Keramikstück herum verliefen die namensgebenden bandartigen Verzierungen und Muster. Nach ihrem ersten Fundort sind z. B. die Rössener Kultur (Fundort Rössen in Sachsen-Anhalt) oder die Bischheimer Kultur (Fundort Bischheim in Rheinland-Pfalz) benannt. Keramikstücke aus der Bischheimer Kultur fanden sich u. a. bei Garzweiler im Rhein-Kreis-Neuss, im Rahmen des dortigen Braunkohletagebaus, sowie in nordöstlicher Nähe zum heutigen Ruhrgebiet (Nottuln, Kreis Coesfeld). Die Form des Gefäßes gab der nachfolgenden „Trichterbecherkultur“ ihren Namen. Reste von Gefäßen dieser Kultur entdeckte man u. a. in Bottrop-Kirchellen.