Römer und Germanen (1-500 n. Chr.)

Eroberung Galliens und Germaniens

Büste von Gaius Julius Caesar im Archäologischen Nationalmuseum, Napoli (Quelle: Wikipedia, gemeinfrei)
Büste von Gaius Julius Caesar im Archäologischen Nationalmuseum, Napoli (Quelle: Wikipedia, gemeinfrei)

Um 59 v. Chr. übernahm Julius Caesar die Verwaltung der gallischen Provinz nördlich der Alpen. Bereits andauernde Völkerwanderungsbewegungen veränderten das politische Gleichgewicht in Gallien. So suchten u. a. die Helvetier, aus dem Gebiet der heutigen Schweiz kommend, neue Stammesgebiete in Gallien. Caesar nahm ihre Gebietsansprüche zum Anlass, ab 58. v. Chr. gemeinsam mit seinen Verbündeten gegen diese Stämme vorzugehen und schließlich ganz Gallien zu unterwerfen.

Im Laufe des gallischen Krieges erhöhte Caesar die Zahl der dortigen Legionen und der Hilfstruppen stetig. Gegen Kriegsende kämpften 10 Legionen und viele Verbündete in Gallien, die Gesamtstärke des Heeres wird auf ca. 40.000-50.000 Mann geschätzt. 51 v. Chr. gelang es Caesar letztlich, das gallische Gebiet bis zum Rhein zu unterwerfen und unter römische Kontrolle zu bringen. Der Verlauf des Rheins stellte dabei zunächst die natürliche Grenze zu dem rechtsrheinischen Gebiet der Germanen dar.

Mit der Eroberung Galliens durch Julius Caesar nahm die römische Besiedlung an Rhein und Lippe ihren Anfang. Zur selben Zeit entstanden erste Kontakte zwischen Römern und den verschiedenen germanischen Stämmen, die auf der rechten Rheinseite im heutigen Ruhrgebiet siedelten.

In den Jahren nach der Unterwerfung Galliens begannen die römischen Truppen, die dortige Infrastruktur und Verwaltung den römischen Standards anzupassen. Unter dem Statthalter Agrippa (ca. 38/39 v. Chr.) führten die Römer Steuern ein und versuchten, die einheimischen Anführer in das neue römische Verwaltungssystem zu integrieren. Durch die Kooperation mit den Römern konnten die Germanen sich z. B. das römische Bürgerrecht sichern.

Problematisch blieben die ständigen Übergriffe der rechtsrheinischen Germanen, die bei den Römern auf Beutezüge gingen. Zur dauerhaften Eindämmung der Übergriffe beabsichtigten die Römer, die germanischen Gebiete bis zur Elbe unter ihre Kontrolle zu bringen und trafen entsprechend mehrere Maßnahmen. Ausgehend von Lugdunum, dem heutigen Lyon, wurde unter Agrippa zunächst ein umfassendes Straßennetz in Gallien angelegt. Neben der ausreichenden Versorgung der Truppen waren die Straßen notwendig für die Kommunikation der Truppen und ihre schnelle Verlegung an andere Orte. Drusus und Tiberius, die Stiefsöhne von Kaiser Augustus, unternahmen um 15 v. Chr. einen Feldzug über die Alpen , der u. a. die Alpenpässe sicherte.