Römer und Germanen (1-500 n. Chr.)
Varusschlacht
Von besonderer Bedeutung für die Römer und ihrer Eroberung Germaniens war die „Varus- Schlacht“ im Jahr 9 n. Chr., auch bekannt als „Schlacht im Teutoburger Wald“. Über den Ort des Geschehens, nach Geschichtsschreiber Tacitus zwischen Ems und Lippe, kursieren zahlreiche verschiedene Theorien, bislang konnte er jedoch nicht genau lokalisiert werden.
In der mehrtägigen Schlacht kämpften die Römer unter dem Statthalter Publius Quinctilius Varus gegen Cherusker, Brukterer, Marser und Chatten. Die militärische Befehlsgewalt auf germanischer Seite lag bei dem Cheruskerfürsten Arminius. Der römische Feldherr beabsichtigte, das rechtsrheinische Gebiet endgültig zu romanisieren und eine neue Provinz einzurichten. Varus befehligte drei Legionen und mehrere kleinere Militäreinheiten. Das römische Heer soll eine Stärke von 20.000-30.000 Mann gehabt haben und war vermutlich aufgrund einer absichtlichen Falschmeldung über einen germanischen Aufstand ausgerückt.
Auf dem Weg ins Konfliktgebiet wurden die Römer von den Germanen in stark bewaldeten Gebieten angegriffen. Arminius hatte den Angriff gezielt geplant. Er hatte selbst eine römische Militärausbildung genossen, Taktik und Angriffsverhalten der römischen Truppen waren ihm entsprechend vertraut. Vermutlich war er als Junge in die Sklaverei verkauft worden und schlug später, nachdem er aus unbekannten Gründen das römische Bürgerrecht erhalten hatte, eine militärische Laufbahn ein. Ungefähr um 8 n. Chr. kehrte Arminius in seine Heimat zurück und wandte sich von Rom ab. Stattdessen unterstützte er sein Volk beim Kampf gegen die römischen Truppen. In der bergigen und bewaldeten Landschaft gerieten die Römer schnell aus ihrer sonst erfolgreichen Marschordnung und wurden so leichter angreifbar. In den unwegsamen Wäldern wurden die Truppen zusätzlich miteinander vermischt, so dass sie sich bald gegenseitig behinderten. Innerhalb weniger Tage wurden die Römer mehrfach von den Germanen angegriffen, bis sie gezwungen waren, aufzugeben. Die höchsten Offiziere, darunter Varus selbst, begingen Selbstmord, so dass die römischen Truppen endgültig führungslos waren. Darüber hinaus verbot Rom den Überlebenden der Schlacht, je wieder italischen Boden zu betreten.
Die Schlacht muss ein regelrechtes Gemetzel gewesen sein - die Legionen wurden fast vollkommen vernichtet. Im weiteren Verlauf begangen die Germanen, sämtliche rechtsrheinischen Lager zu zerschlagen und die Römer auf die linke Rheinseite zurück zu treiben.
