Frühmittelalter (500-900 n. Chr.)

Das Mittelalter wird allgemein als eine Verschmelzung aus Antike, Christentum und Germanentum angesehen. Die Epoche des frühen Mittelalters begann etwa um 500 n. Chr. In der weltlichen Entwicklung des Abendlandes spielten insbesondere die Franken und die Sachsen eine wichtige Rolle. Für die geistliche Entwicklung waren die Lehren der Kirchenväter Augustinus und Hieronymus grundlegend.

Durch Karl den Großen sollte Europa zum ersten Mal einen Kaiser bekommen, der für eine mitteleuropäische Einheit sorgte und die Kirche als Institution schützte. Die christliche Religion war im Mittelalter von enorm großer Bedeutung für das gesamte Leben der Menschen. Hierauf deuten zahlreiche Entwicklungen hin, die in der Region des heutigen Ruhrgebiets stattfanden. Es muss vorweg geschickt werden: Das „Ruhrgebiet“ sollte erst wesentlich später, im 19. Jh., langsam jene Strukturen aufweisen, aus denen sich durch die Phasen der Industrialisierung und des Strukturwandels hindurch jener kulturelle Raum entwickelt hat, der im Jahr 2010 Kulturhauptstadt Europas wurde. Der heutige Ballungsraum war über Jahrhunderte hinweg ein gespaltenes Territorium, das von vielen Völkern und später von Landesherren beansprucht und hart umkämpft wurde. Im Frühmittelalter existierten hier nur wenige Gutshöfe und Klöster, außerdem einige wenige Königshöfe an strategisch wichtigen Orten.