Hochmittelalter (900-1250)

Mit dem beginnenden Hochmittelalter gingen zahlreiche Entwicklungen einher, die das Bild des heutigen Ruhrgebiets entscheidend prägen sollten. Anfangs des 10. Jh. lag ein Teil des Gebiets um Ruhr, Lippe und Rhein im Herzogtum Lothringen, der andere Teil im Herzogtum Sachsen. Im ostfränkischen Reich hatte die zentrale königliche Macht unter den Nachfolgern Ludwigs des Deutschen immer weiter nachgelassen und an Ansehen verloren.
Nachdem die ostfränkischen Karolinger in männlicher Linie ausgestorben waren, wählten die „Großen des Reichs“, zu denen insbesondere die Stammesherzöge zählten, Konrad I. zum König – nicht zuletzt, um sich dem Einfluss des westfränkischen Königs Karl III. zu entziehen und die einheimischen Mächte zu stärken. Weil Konrad diese Ziele jedoch nicht erfolgreich umsetzen konnte, verlor er seinen Rückhalt bei den neuen Stammesherzogtümern und suchte stattdessen verstärkt die die Unterstützung der Bischöfe. Nach seinem Tod wurde erneut ein starker Herrscher für Ostfranken gesucht, der die Interessen der Ostfranken vertreten und sich gegenüber dem westfränkischen König behaupten konnte. Im Jahr 919 ging das Königtum auf den starken und einflussreichen Sachsenherzog Heinrich I. über. In ihm sah man den geeigneten Kandidaten, der zudem nicht nur seine eigenen, sondern auch die Belange der anderen Herzogtümer des Reiches angemessen berücksichtigt. Als Vater von Otto I. markiert der Herrschaftsantritt Heinrichs I. den Beginn der Ottonischen Dynastie.