Spätmittelalter (1250-1500)

Die Pest

Pesthaus in Xanten, 1591 (Quelle: Dießenbacher Tewissen Informationsmedien)
Pesthaus in Xanten, 1591 (Quelle: Dießenbacher Tewissen Informationsmedien)

In der Mitte des 14. Jh. rollten die erste große Pestwellen von Asien aus über den europäischen Kontinent. Die Pest fand vor allem in den Städten ideale Ausbreitungsbedingungen. Mit der zunehmenden Verstädterung und der damit verbundenen Ballung von Menschen auf sehr engem Raum breitete sich die Pest von 1347 bis 1353 in ganz Europa aus: Sie wurde zu einer „Pandemie“, die die europäische Bevölkerung erheblich verringerte. Im Osten bildete der Ural die Grenze der Pandemie. Die Krankheit war höchst ansteckend, ihre Heilung äußerst schwierig bis unmöglich.

Im Ruhrgebiet kam die Pest 1350 an. In Dortmund und in vielen, anderen Orten starben zahlreiche Menschen an der Pest, sodass die Bevölkerung stark schrumpfte. Die Pest wurde als Strafe Gottes angesehen. Einerseits führte dies zu einer großen Verzweiflung der Menschen, andererseits wurden Sündenböcke gesucht. So machten Christen die Juden für die Pest verantwortlich. In Essen führte dies dazu, dass die jüdischen Mitbürger wegen Giftmordes angeklagt wurden, in Dortmund wurden sie aus der Stadt vertrieben.

Nach dieser größten Pestwelle des 14. Jh. trat die Krankheit in den folgenden Jahrhunderten zwar immer wieder auf, jedoch nicht mehr in diesem Umfang, sondern regional begrenzter und mit weniger Opfern verbunden. Nachdem Ende des 19. Jh. der Erreger entdeckt wurde, konnten effektive Gegenmittel entwickelt werden. Die Pest gilt heute weitgehend als ausgestorben, restliche auftretende Fälle können mit Antibiotika behandelt werden.