Hinter den Kulissen — Zur technischen Umsetzung
Entwicklung einer webbasierten Informations- & Kommunikationsplattform
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| Abb 1: Struktur und Organisation des Systems |
Ein Vorhaben zur Verschmelzung unterschiedlicher Informationen wie 3D-Rekonstruktionen (CAD-Daten), Kartenmaterial (Vektor- bzw. Rastergrafiken) oder auch Publikationen und andere Textdaten fordert die Schaffung eines Systems, mit dem sich derartige Informationen verwalten - also eingeben, strukturieren und neu ausgeben lassen.
Ein solches System sollte die unterschiedlichen Rezipienten vom Wissenschaftler bis zum Laien, die unterschiedlichen technischen Plattformen und die unterschiedlichen Datenformate, die wärend einer interdisziplinären Zusammenarbeit anfallen, berücksichtigen. Dies führt zu zwei Grundvoraussetzungen an das System:
- Die strenge Trennung von Inhalt und Oberfläche.
- Ein modularer Aufbau
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| Abb 2: Hierarchie des Systems mit Rechteverteilung |
Abbildung 1 zeigt die Struktur eines solchen Systems. Den Kern bildet ein Informationspool (eine Datenbank), der alle Inhalte wie Texte, CAD- und GIS-Daten, Grafiken, Filme, etc. aufnimmt. Vorgeschaltet ist eine Redaktion, welche für die Strukturierung des Pools verantwortlich ist. Diese redaktionelle Arbeit soll weitestgehend automatisiert ablaufen. Die Datenbank enthählt jedoch keinerlei Informationen zur Formatierung der Inhalte. Dies übernehmen einzelne Ausgabemodule, je eins für eine Plattform. So kann es z. B. ein Modul zur Konvertierung und Aufbereitung der Inhalte für Webseiten, ein Modul zur Konvertierung und Aufbereitung für den Druck und ein Modul für Terminals im Museumsbereich geben. Ebenso existieren auf der Eingabeseite diverse Module, die für die Administration der Inhalte unterschiedlichster Formate verantwortlich zeichnen. Die variable Zahl der Aus- und Eingabemodule ist entscheidendes Kriterium für die Nachhaltigkeit des Systems.
Um die räumliche Distanz der am Projekt beteiligten Mitarbeiter zu überwinden, ist eine Vernetzung des Systems notwendig. Hierzu bietet sich das Internet mit seiner existierenden Infrastruktur an. So kann sich jeder Mitarbeiter von seinem Bürocomputer aus in das System einloggen und kommunizieren. Ebenso ist denkbar, passive Plattformen, wie Museumsterminals in das Netz zu integrieren.
Die Anforderung, der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, den Entwicklungsprozess mitzuverfolgen, wird durch die Synchronisation des Systems gewährleistet: Nachdem ein Bearbeiter neue Daten in das System eingegeben hat, werden diese durch Knopfdruck sofort dem Bearbeiterkreis und/oder der Öffentlichkeit sichtbar gemacht.
Das breite Spektrum an dem System Beteiligter macht eine Gliederung der Zugriffsrechte in mindestens vier Ebenen notwendig (Abbildung 2): Ein sogenannter Administrator ist für die Organisation der am System Beteiligten verantwortlich. Er ordnet neue Mitarbeiter in geeignete Ebenen ein und gibt ihnen entsprechende Zugriffsrechte. Zur zweiten Ebene gehöhrt der Kreis der an der Entwicklung des Systems beteiligten Wissenschaftler. Sie sollen uneingeschränkten Zugriff auf die Inhalte des Systems haben. In einer dritten Ebene sind alle weiteren Wissenschaftler eingestuft. Die unterste Ebene bildet schließlich die Öffentlichkeit wie der Websurfer oder der Museumsbesucher.
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| Abb 3: Veranschaulichung einer möglichen Ebenenstruktur |
Die Effektivität eines interdisziplinären Teams hängt u .a. von der Nutzbarkeit und Interpretationsmöglichkeit fachfremder Daten ab. Postuliert z. B. ein Paläobotaniker in einem bestimmten Zeitraum und einem bestimmten Areal eine spezifische Vegetationsart, so sind daran Voraussetzungen wie geeigneter Boden und geeignetes Klima gebunden. Das System wird zu diesem Zweck möglichst alle rämlich und zeitlich gebundenen Daten wie Kartenmaterial, Rekonstruktionen etc. in einer Oberfläche maßstabsgetreu übereinander legen (Abbildung 3). Unterteilt wird diese Oberfläche in Ebenen, die sich unabhängig voneinander mittels Schieberegler stufenlos ein-/ausblenden lassen. So ist direkter Vergleich und damit direkte Interpretation gewährleistet. Auch diese visuelle Umsetzung erfüllt die Anforderung der Modularität durch eine variable Zahl an Ebenen.